Meine Lieben

 

Was mir diese Woche passiert worden ist, lässt sämtlich in meinem Leben Dagewesenes verblassen.

Wer sagt ich schreibe geschwollen? Hallo! Ich war gaaaaaaaaaaanz wichtig, und wichtige Vierbeiner dürfen  sich mit der Wortwahl und der Satzkonstruktion vom gemeinen Fussvolk abheben, oder?

Am Dienstagabend wurde ich kurzerhand “gesattelt”. Ich liebe dieses”Teil”, das sich bei uns in der Schweiz “Gstältli” nennt überhaupt nicht!!! Alles Schütteln hilft nichts. Es ist wie angeklebt. Heimlich habe ich es auch schon gebissen, aber es quietscht nicht, winselt nicht, zeigt 0 Regung. Es gehört in die Kategorie: Überflüssig!

Da sass ich nun mit einer missmutigen Miene und hoffte, dass meine Menschen das sehen. Weit gefehlt wie fast immer. Etwas Gutes hatte es, ich durfte mit und das macht ja meistens (okay, fast immer) Freude. Wir kamen zu einem gestellten Verkehrsunfall und ich hatte die Aufgabe, die Verletzten aufzustöbern und zu orten, auch diejenigen, die durch die Gegend irrten. Eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber mächtig Spass macht. Meine Leute mussten ihnen dann Ertse Hilfe leisten. Es war äusserst spannend und interessant.

Einer der Zweibeiner rief: ” Mit diesem reflektierenden Outfit kann man den Hund gut sehen! Das ist sehr wichtig!” Nun ja, die Geschmäcker bezüglich Mode sind bekanntlich verschieden. Zugegeben, ich habe begriffen, dass diese Garderobe sein muss, aber lieben muss ich sie deswegen nicht! Mir sind Badehosen und Schnorchel um Welten lieber ;-))

Liebe Grüsse an alle Gleichgesinnten und natürlich auch an alle anderen

Euer Dajosch Modeikone

Dajosch

Ferien

Meine Lieben

Habt ihr auch Ferien, oder sind diese süssen Tage bei euch schon vorbei? Ich habe riesiges Glück! Mein Frauchen hat nun schon 7 Wochen nichts anderes im Kopf - und eine achte steht ihr noch bevor. Das ist sowas von toll.

Stellt euch vor, wir waren weg. Ja, ihr habt richtig gelesen - wir. Ich durfte mit!!! Ins Ausland! Mit einem Wohnmobil! Echt geil!!! Ich weiss, so spricht Hund nicht, aber ich finde einfach kein passenderes Wort!

Sorgsam achtete ich darauf, dass mein Fressnapf eingeladen wurde. Das ist nämlich die Garantie, dass ich mit darf. Ich habe meine Familie noch nie aus meinem Geschirr fressen sehen… Ich lag immer so, dass sie beinahe über mich steigen mussten, nicht dass sie mich doch noch vergessen. Bei denen weiss man ja nieeee.

Ich habe gar nicht gewusst, dass man so komfortabel reisen kann. Ich genoss jede Sekunde. Und diese Sicht!Sonst bin ich immer in meiner Box und habe keinen direkten Kontakt zu meinen Leuten. Mir machte nichts aus, dass ich auch einen “Sicherheitsgurt ” anlegen musste. Daran habe ich mich blitzschnell gewöhnt.

Unsere Reise führte uns nach Dänemark. Oh, war das schön. Habt ihr gewusst, dass dort die Hunde königlich behandelt werden. Vielleicht ist das so, weil dieses Land eine Monarchie ist. Claudia ist da nicht meiner Meinung. Sie findet diese Überlegung grossen Quatsch. Moment, schmolle kurz! Eigentlich egal. Ich wurde behandelt wie ein Adliger. Überall wurde ich verwöhnt. Man brachte mir zuerst Wasser, bevor man meine Chefs auch nur fragte, was sie trinken möchten und und und. Ich wurde gestreichelt, man redete mit mir ( wenn ich diese Sprache auch nicht verstand, so wusste ich vom Tonfall her, dass ich geliebt werde). Das war reinstes Balsam für mein Ego!

Das absolut Coolste war das Meer. Ich liebe Wasser jeglicher Art - und Bälle darin. Ich schwimme und tauche am liebsten mit Erich. Das macht Spass! Hi hi, ich bin wesentlich schneller als er!!!! Er ist ja auch ein alter Mann. Aber mein Frauchen ist eine schreckliche Memme. Die kam erst gar nicht ins kühle Nass!

Wir haben viel gesehen und erlebt. Die Besichtigungstouren meiner Zweibeiner, na ja, die waren für mich meistens ein wenig mehr als flüssig… Die Kultur der Menschen ist sooooo kompliziert und ermüdend. Wer läuft denn schon gerne immer brav an der Leine? Ich jedenfalls mit Sicherheit nicht! Leider gab es keinen Ausweg. Ich musste mich dadurch beissen.

Nun zischt Claudia immer wieder ab in die Schule - ohne mich, grrrr. Sie sagt, dass ich ihr im Moment nur im Weg stehe. Aber ich kann das ja gar nicht!!! Dann lege ich mich eben hin und mache meinen Schönheitsschlaf. Das tut meinem Teint gut. Soll sie doch alleine gehen, puhhh!

Dicker Schlabberkuss von Prinz Dajosch

Dajosch

Schachtelitis

Meine Lieben

Bin traurig. Niemand hat ausgiebig Zeit für mich. Man schubst mich von einer Ecke in die andere. Überall stehen Schachteln rum. Ich verstehe das nicht. Leute kommen und gehen und ich werde in den Keller gesperrt.

Genau so erging es mir letzten Samstag. Ich finde, eine richtige Erklärung dafür hätte man mir schon geben müssen. Ja, was denken die sich? Wer bin ich denn? Nur ein Trottel?
Mein Herz blutet arg, denn jetzt packt auch Daniel seine 7 Sachen. Was habe ich denn getan, dass mich alle verlassen wollen? Ich war doch immer , na ja, fast immer brav…

Verstehe die Welt nicht mehr… nur eines weiss ich, mein Herz ist bleischwer. Kann mich jemand verstehen?

Traurige Grüsse

Dajosch

Das geht entschieden zu weit!!!

Es ist noch nicht einmal Adventrzeit und ich muss schon als wandelnder Christbaum durch die Gegend laufen. Stellt euch vor, meine Familie verpasst mir am Abend immer ein Gurt, der nicht nur leuchtet, sondern auch noch Licht hat. Zuerst habe ich mich gewehrt mit allen 4 Pfoten. Als das nichts half, wollte ich das blöde Ding totbeissen, aber Claudia zog mir das verhasste Etwas gnadenlos an. Was bin ich denn? Eine wandelnde Weihnachtsreklame? Nicht mit mir -, aber leider blieb es nur bei meinem Gedanken.

Sch… jetzt sehen sie immer wo ich gerade bin. Mit der Zeit werden sie mir ein Ortungsgerät verpassen. Technik muss es sein, so ein Blödsinn! Früher hatten es die Hunde entschieden besser… na ja, vielleicht bekamen sie nicht so leckere Sachen in den Magen und fernsehen war auch nicht drin. Vielleicht bekamen sie auch keine Schule, dafür Schläge… okay, okay, ich beklage mich nicht mehr und ziehe in Zukunft das schöne “Mäntelchen” ohne murren an. Werde es mit Würde tragen und einfach darüber stehen, dass ich oberdoof aussehe… na ja, wenn es meine Zweibeiner glücklich macht, werde ich brav sein, versprochen, aber bitte nicht immer…

Alles Liebe

euer Dajosch Christbaum

Dajosch

Wo man singt…

Meine lieben Leser und Leserinnen

Ach, ich bin ja so frustriert. Ich bin nicht mehr gefragt und das stimmt mich so traurig, bin deswegen in eine Depression gefallen. Ich verstehe es nicht, auch wenn ich mir noch so Mühe gebe. Stellt euch vor, ich wurde ausgebootet.

Die Schüler, nein, die ganze Schule singt und das jeden Tag. Sie führen im Dezember ein Krippenspiel auf. Ihr fragt euch sicher, was das mit mir zu tun hat. Eigentlich gar nichts, meine jedenfalls ich.

Es fing ganz harmlos an. Nach den Ferien in Spanien, die ich soooo genossen habe, hat mich Claudia mit in die Schule genommen. Endlich konnte ich meine SchülerInnen wieder einmal beschnuppern. Brav legte ich mich hin und träumte von einem fleischigen Knochen. Das darf nur Hund in der Schule. Ich geniesse da Privilegien, dachte ich jedenfalls. Weit gefehlt…

Dann fingen sie an zu singen, machten Stimmbildungsübungen und legten dann mächtig los. Das Stück gefiel mir und ich beschloss kurzerhand, auch mitzusingen. Meine vermeintlichen Fans lachten schallend. Bis ich gemerkt habe, dass die mich auslachen, brauchte ich eine ganze Weile. Merkitis in dieser Beziehung ist eben nicht so mein Ding. Nach den Lachkrämpfen versuchten wir es wieder und ich bemühte mich noch mehr - und die Schüler lachten noch mehr - und was habe ich nun davon? Ich darf, weil die ja so oft proben müssen, nur noch kurze Sequenzen in die Schule. Soll ich  zu einem Streik aufrufen?

Ich möchte doch so gerne mitsingen und ich finde, ich habe eine tolle Stimme von tiefen Basstönen bis zu den Höhen der Soprane. Die verstehen einfach alle viel zu wenig von Musik!Schmolle kurz…

Überlege, wie ich sie doch noch umstimmen kann, die Schlimmste ist nämlich mein Frauchen.

Alles Liebe von eurem verkannten Musikgenie

Dajosch

Pickel

Oh Graus!

Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich meinen ersten Pickel bekommen habe. Bin mit meinen 3 Jahren doch nicht mehr in der Pubertät. Aber hallo!!! Es ist fies und tut ganz gemein weh. Wenn man ihn wegen meinem langen und dichten Fellkleid nicht sieht, - da ist er trotzdem und pulsiert fröhlich durch meinen Kopf.

Carla hat ihn fachfrauisch behandelt, aber dieser gemeine Kerl will sich einfach noch nicht verabschieden.

Wie bekommt man sowas los? Hat jemand einen guten Tipp? Wäre wirklich sehr dankbar dafür!

Muss ich mir auch teure Crèmes ins Gesicht schmieren? Igitt, das wäre eklig. Die riechen doch alle so, dass sie nur für Menschennasen taugen. Vielleicht hat ja irgendwer im Internetdschungel ein tolles Rezept mit vielen verschiedenen Leckereien wie wohlriechende Pansensosse und zerstossene Fischaugen….. Ich lasse mich überraschen. Möchte ihn auf angenehme Weise los werden. Oder mache ich mir da Illusionen?

Auf alle Fälle grüsse ich alle, die mir helfen wollen…

Euer Dajosch, Pickelgesicht

Dajosch

Tränen

Meine Lieben

Vor einer Woche musste ich zum ersten Mal in meinem Leben Abschied von einem geliebten Menschen nehmen. Nun weiss ich was das heisst und wie schmerzvoll das ist - und ich bin nur der Nachbarshund…

Ich darf gar nicht denken, wie noch viel trauriger es für die Angehörigen ist. Wenn ich mir das vorstelle, verliere ich fast den Verstand und eine bleierne Schwere legt sich um mein Herz.

Oft arbeitete mein lieber Nachbar in seinem wunderschönen Garten und wie man das so macht, hatten wir manches Gespräch am Gartenzaun. Natürlich bekam ich meine Streicheleinheiten, zuletzt mit etwas zittriger Hand , aber das machte mir nichts aus, ich sass dann eben noch ruhiger da. Ich kann es immer noch nicht fassen… er kommt nie wieder. Ich bin enorm traurig. Schade, dass ich ihn nur so kurz kennen durfte.

Frauchen erzählt viel von ihm. Sie weint dabei und drückt mich ganz fest an sich so, als wolle sie mich nie mehr loslassen. Dann weinen wir zusammen…

Umarme euch

euer Dajosch

Meine Lieben

Seit einer Woche hat mein Frauchen Ferien und es ist zum verrückt werden. Wieso? Na ja, sie schleicht wie ein Schatten durch die Gegend, ist permanent müde und verbringt die meiste Zeit im Bett oder auf dem Sofa. Was aber am schlimmsten ist, sie pflegt ihre Lachfalten keineswegs mehr. Ich mache mir ernsthafte Sorgen. Ich habe schon alles versucht, sie aus diesem (für mich) Schlamassel rauszuholen. Ich habe sie umarmt, ihr meine Spielsachen gebracht und sie in ihren Bauch gedrückt, mit dem Schwanz übertrieben gewedelt, sie angelacht, mit ihr geredet, ihr immer wieder gezeigt, dass ich sie liebe. Ihre Reaktion auf meine “Attacken”: ein müdes Lächeln…

Sie steckt doch nicht in einer Midlifekrise? Nein, die hat sie vom Alter her doch schon laaaaange überwunden.

Es ist “zum aus dem Fell” fahren. Ich glaube ich packe sie und stelle sie in den strömenden Regen. Vielleicht kommt sie dann wieder zur Besinnung.

Ich vermisse die Schule auch, aber ich lass mich doch nicht so hängen! Das wäre ja noch schöner!

Alles Liebe, euer Dajosch mit Sorgenfalten

P.S. Soll ich sie mal in ihren Allerwertesten zwicken, was meint ihr?

Dajosch

Schweres Herz

Ich bin traurig. Am letzten Freitag musste ich von allen meinen SchülerInnen Abschied nehmen. Mein Herz war und ist immer noch schwer. Auch wenn ich alle bestimmt wieder einmal sehe, es ist doch anders. Sie gehen in andere Klassen. Ich weiss, das ist der Lauf des Lebens… aber schnief… es schmerzt doch.

Liebe SchülerInnen, ich wünsche euch von Herzen schöne Ferien und in 7 Wochen einen tollen Schulstart und seid versichert, vergessen werde ich euch niemals.

Ich freue mich schon, bis ihr mich einmal besucht und mir erzählt, wie es euch so geht.

Drücke euch alle

euer Dajosch

Dajosch

Blessuren

Meine Lieben

Es gibt Leute und Leute, das habe ich jetzt begriffen. Wieso diese Erkenntnis?

Am letzten Donnerstag durte ich mit meinen SchülerInnen auf die Klassenfahrt. Meine Vorfreude war so riesig, dass ich beschloss die Nacht vorher kein Auge zuzudrücken. Mein Angst war zu gross, dass ich verschlafe.

Beizeiten gingen Erich und ich eine Runde um mich zu erleichtern. Dann bewachte ich Claudias Rucksack. Ohne den geht sie nicht, also vergisst sie mich auch nicht… es wäre ja unverzeihlich, wenn ich ihr die Chance eingeräumt hätte, mich zu übersehen.

Auf dem Bahnhof warteten schon alle Kinderlein. Meine Nerven waren gespannt wie Drahtseile. Die Zugfahrt war phänomenal und über das Landwasserviadukt durfte sogar ich zum Fenster hinaus schauen. In Arosa wollte ich sogleich ein Bad im See nehmen, aber wir stiegen in den Bus ein. Meine Geduld war langsam am Ende und das liess ich die andern lautstark wissen. Ich war die singende Attraktion im Bus. Endlich Endstation. Nun hiess es marschieren.

Wir liefen zuerst den Berg hinauf. Oh, ich kann euch sagen, es war genial, dieser Duft, diese Bächlein, diese SchülerInnen, die feinen Leckerlis, die Sonne auf meinem Pelz, die vielen Streicheleinheiten. Ich fühlte mich als der Glückpilz schlechthin!

Dann diese kalte Dusche in die Wirklichkeit. Meine beiden Vorderpfoten wurden arg verletzt als ich auf liegen gelassene Scherben sprang. Es blutete und schmerzte fürchterlich. Claudia hat nicht mehr anständige Wörter gebraucht… das seien …  denen sollte man… nein, das schreibe ich lieber nicht. Mit meinen Verletzungen musste ich noch beinahe 2 Stunden laufen. Wenn ich daran denke, dann wird mir wieder ganz flau im Magen.

Zu Hause wurde ich verarztet und meine Pfoten bandagiert. Das tat gut, so gut, dass ich die Bandagen gerne drangelassen habe.

Tja, Leute, die achtlos Scherben im Gras liegen lassen, denken wohl nicht gerade viel. Nicht nur wir Vierbeiner sind die Leidtragenden, auch ihre Mitmenschen sind nicht davon ausgeschlossen.

Also lieber Leser, liebe Leserin, vergiss das nicht!

Alles Liebe euer ramponierter, bandagierter Dajosch

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