Monatsarchiv für Januar 2008

Dajosch

Fasching, Fasching

Halli hallo!!!

Ich begrüsse alle, die meine Erlebnisse lesen. Speziell bedanken tu ich mich bei denen, die mir ein paar Pfotenabdrücke auf meiner Homepage hinterlassen. Darüber freue ich mich immer ganz speziell.

So, das musste einfach einmal gesagt sein.

Ist bei euch auch Faschingstimmung? Na ja, wir wohnen eigentlich in einer Gegend die nicht narrenverrückt ist, eher so, wie das Wort ohne Narren. So weit, so gut!

Letzten Samstag war hier ein Faschingsumzug und die letzten dieser Spezies, die da mitliefen, gingen gestaffelt bis in die Morgenstunden nach Hause. Natürlich schlichen sie nicht auf Zehenspitzen durch die Gegend, sondern verkündeten lautstark und in verschiedenen Tonarten ihre Absicht so langsam Richtung Schlafplatz zu “torkeln.” Ich bekam so manch interessante Geangsversion zu hören. Zuerst habe ich mich mäuschenstill verhalten, dann fing es an mir Spass zu machen und ich sang aus Leibeskräften mit. Ich geriet richtig in Fahrt. Durchs Fenster sah ich die originell gekleideten Gestalten an mir vorbei defilieren. Sie sahen so toll aus, richtig chic. Ich war restlos begeistert! Logischerweise wollte ich Hundevieh nicht hinten anstehen. Meine Augen suchten etwas Brauchbares, womit man sich verkleiden kann.

Das Plastiktischtuch ist transparent und ich möchte nicht, dass jeder Mann und jede Frau und ganz bestimmt nicht jeder Hund alles sehen kann. Mein Schamgefühl lässt das niemals zu. - Hallooo, das würde nicht einmal am Fasching einen guten Eindruck machen.

Wo hat sie nur… sie hat doch….. ja, da ist Claudias heissgeliebter Schal aus Seide. Den hat sie achtlos liegen gelassen. Selber schuld!!! Aber keine Panik, ich leihe ihn mir nur aus!!! Na ja, aber wie schlinge ich jetzt das rutschige Ding am besten um meine Taille? Ich muss ihn nur ein klitzekleines Stückchen teilen, damit er sich richtig verknoten lässt. Eine mühsame und knifflige Arbeit.

Schweissperlen bildeten sich um meine Schnauze. Aber ich gab nicht auf! Was Hund sich in den Kopf setzt, das zieht er durch, willensstark wie wir sind.

Nun stand ich da, verkleidet mit Claudias Schal. Die Grün - und Blautöne unterstrichen meinen Teint. Ich fand mich umwerfend schön. Diese Grazie, diese Elegenz.

Ich malte mir aus wie mir alle Frauenherzen zufliegen werden. Ein tolles Gefühl. In meinem Eifer und meiner Euphorie hatte ich ganz vergessen, dass ich alleine wach war und niemand mir die Türe zu all meinen künftigen Herzensdamen aufschliessen würde. Selbstmitleid überfiel mich. Der Traum vom Abenteuer Dajosch als Casanova zerplatzte wie eine Seifenblase. Oberseufz-seufz!

Zu meinem Schmerz gesellte sich dann am Morgen noch Claudias *Freude* über den abgeänderten Schal. Ui, sie hat sehr leise geredet und jedes Wort war messerscharf. Das war viel schlimmer als wenn sie gebrüllt hätte.

Jetzt trägt sie einen anderen Schal und der würde mir entschieden besser gefallen…… Bis wann dauert eigentlich der Fasching???

Dajosch

Animationen

Hallo meine Lieben!

Ich brauche dringend eure Hilfe!!! Seit Tagen tobt bei uns der Föhn, die Leute sind übel gelaunt und ertragen weder ein Bellen noch ein Seufzen. Schlimme Zustände, sag ich euch. Das ginge ja noch alles, aber Claudia schläft schon beim Stehen fast ein. Sie ist hundemüde und das permanent. Ich hoffe nicht, dass sie irgendwo die Schlafkrankheit aufgelesen hat. Ich denke nicht, denn sie bückt sich ungern. Angesteckt kann sie sich auch nicht haben, denn sie war nicht weit weg. Es kann doch nicht sein, dass ihr der Föhn so zusetzt. Was kann ich als Vierbeiner dagegen tun? Ich bringe ihr all meine Sachen und drücke sie ihr in den Bauch, rede mit ihr, bettle sie mit meinen Hundeaugen an, umarme sie, lecke sie ab…. keine Reaktion. Habt  ihr noch Ideen auf Lager? Könnt ihr mir ein paar gute Tipps aus dem Ärmel schütteln? So kann es doch nicht weiter gehen.

Herzlichen Dank für eure Mithilfe

euer Dajosch mit Sorgenfalten

Dajosch

Naschsucht

Liebe Leser und Leserinnen!

Nun sind die Festtage vobei, die Hose spannt und der Bauch wabbelt. Nicht bei mir! Nicht dass ich mich eisern an die normalen Fressgewohnheiten gehalten hätte… nein, im Gegenteil. Im Geschirrspüler wurde man fündig wie nie. Oberleckere Sachen konnte man da erhaschen, wenn Hund sich genug schnell als Abwaschmaschine betätigte. Diesen Stress hatte ich bald satt. Für einen Teigschaber ablecken nicht gerade Kosenamen zu kassieren, das wurde mir schnell zu blöd. Wenn die Ausbeute gross genug ist, dann kann man ja eine Schimpferei über sich ergehen lassen, man hatte ja seinen Spass.

Am 24. Dezember, nachdem ich mein Geschenk ausgepackt und es natürlich sofort in den Magen bugsiert hatte, wollte ich mich behilflich zeigen. Niemand wollte meine nur gut gemeinte Hilfe annehmen. Die blau eingepackten Geschenke erregten meine ganze Aufmerksamkeit. Meines hatte auch diese Farbe. Eventuell war überall eine Kalbswurst drin, man weiss ja nie.

Mit der Zeit wurde meine Familie nachlässig. Sie hatten alle Geschenke ausgepackt und es gab keinen Grund mehr, mich länger zu bespitzeln. Alle gingen ins Esszimmer, nur ich müder Hund (Weihnachten ist für unsereinen sehr anstrengend) blieb ganz unauffällig liegen. Als ich alleine war, fühlte ich mich wundervoll. Auf dem Tisch, exakt auf meiner Höhe lagen die feinen, selbstgemachten Pralinen. Mmmh, nichts wie los und sie vertilgen, bevor mich jemand erwischt. In meiner Gier verpasste ich natürlich, die Dinger aus der Metalltüte zu nehmen. Irgendwie rochen und schmeckten sie eigenartig. - Vieille prune und Williams habe ich in meinem zarten Alter noch nie gekostet. Mit jeder weiteren Praline stieg nicht nur der Alkoholgehalt in meinem Blut, auf einmal schmeckten sie mir phänomenal gut.

Ich weiss nicht, wovon sich mein Magen ziemlich schnell trennen wollte, von den gebrannten Wässerchen oder von den Metalltüten. Eines weiss ich aber haargenau, ich habe grauenvoll gelitten und das nicht nur in der Nacht. Am Morgen trampelte ein Kater in meinem Schädel herum und drehte Loopings. O Gott, war mir elend!

Also meine Lieben, ich lasse in nächster Zeit die Pfoten von diesem Zeug!!! Macht keine solchen Dummheiten, denn eines steht fest: Auch mit euch wird niemand Mitleid haben…

Meine Lieben!

Wieso schreibt Hund so selten fragt ihr euch sicher, und das mit Recht. Ich habe mehr als nur Mist gebaut. Meine Zweibeiner erholen sich wieder so langsam vom Schreck. Habe ihnen mächtig eingeheizt und graue Haare in rauhen Mengen verpasst. Wieso? Na ja, eigentlich habe ich gar nicht viel getan. Am Morgen des 3. Dezember wollte ich den Zug stoppen. Mutig wie ich eben bin, jagte ich ihn zuerst und dann lief ich vor dem pfeifenden Ungetüm auf die andere Seite der Schienen. Wenn ich auch ein Kämpferherz besitze, so überschätzte ich die Gefahr diesmal gewaltig. Ich erschrak mich so, dass ich ohnmächtig liegen blieb.  Nach dem Filmriss sah ich einen äusserst besorgten Erich neben mir knien. Waren es die Regentropfen, die ihm übers Gesicht liefen oder weinte er? Ich weiss es… Sorgsam streichelte er mich und tastete mich ab. Ich wollte nur noch nach Hause. Ich stand auf, schüttelte mich und lief heimwärts. Dort legte ich mich hin, weil mein Kopf grauenvoll brummte. Genau so stelle ich mir in etwa einen mächtigen “Kater” vor, dabei trinke ich nur Wasser, Ehrenwort!

Es brauchte einige Zeit, bis ich wieder fit war. Ich hatte eine Prellung am Rücken, eine Hirnerschütterung und mein Atlas war ganz und gar aus den Fugen geraten. Ich -  und man musste mich schonen. Eigentlich war es gar nicht so übel. Ich bekam nur das feinste Fressen, man fragte mir und meinem Befinden nach, meine Schüler schrieben mir und ich durfte Sachen, die ich mir normalerweise sonstwohin hätte schreiben können.

Na ja, nun bin ich wieder der Alte und meine Familie behandelt mich nicht mehr wie ein rohes Ei. Bin richtig froh darüber. So langsam aber sicher wäre ich zu einem Weichei mutiert.

Ich bin mir völlig bewusst, dass sämtliche Schutzengel mich aufgefangen haben… aber das nächste Mal stoppe ich diesen Zug, grrr! Irgendwann schaffe ich es, obwohl meine Familie mir versucht einen Strich durch die Rechnung zu machen. “Wie?”, fragt ihr euch. —      Sie haben eine Rollleine gekauft…