Monatsarchiv für Februar 2008

Dajosch

Erinnerungen

Heute wurde ich junger Vierbeiner zum Vertrauten meines Frauchens. Wie das?

Heute vor 2 Jahren ging ihr geliebter Hund Caro über die Regenbogenbrücke. Er wurde beinahe 15 Jahre alt und lebte fast 14 Jahre bei meiner Familie. Dass ihr Schmerz riesig war, kann ich gut verstehen…

Frauchen nahm mich in ihre Arme und erzählte mir alles. Ich denke, dass sie einerseits wollte, weil ich jetzt schon ein “grosser” Hund bin, dass ich die ganze Geschichte weiss und andererseits war es Vergangenheitsbewältigung für sie.

Sie erzählte mir, dass sie mit Caro eine Abmachung getroffen hätte. Er sage ihr, wann er über die Brücke gehen wolle, falls er nicht von selbst drüberlaufen würde. Am Abend des 10. Februar teilte er ihr mit, dass nun seine Zeit gekommen sei. Nach einer Nacht mit vielen Gesprächen und Dankeschöns für die lange und treue Freundschaft, griff Erich zum Telefon und sprach mit der Tierärztin. Mit schwerem Herzen hätten sie den letzten gemeinsamen Gang in Angriff genommen. Seine letzte Fahrt durfte er neben seinem geliebten Meister machen. Mit innigen Blicken hätte er Carla und Claudia in sich aufgesogen und dann den Kopf auf die Knie von Erich gelegt. Vor der Türe zur Tierärztin sei seine Nase  im Schnee versunken und er hätte noch einmal - zum letzten Mal Schnee gebaggert. Meine Familie hätte ruhig gewartet, bis er soweit war, den letzten Schritt zu tun. Drinnen hätte er sich hingelegt und sei unter Umarmungen und  unter vielen, vielen Tränen ins Licht gegangen.

Ich kann euch sagen, ich habe heute mit ihr geweint. Sie tröstete mich und sagte: ” Weisst du Dajosch, ich bin dankbar, dass wir mit so einem tollen Hund  unser Leben teilen durften und jetzt haben wir dich und das ist genauso schön, weil wir dich von ganzem Herzen lieben.” Da flossen meine Tränen noch mehr. Kann sich ein Hund etwas Schöneres wünschen? Wohl kaum. Ich bin ein Glückspilz. Ich hoffe, dass das alle LeserInnen auch von sich behaupten können.

Zum Schluss noch etwas zum Nachdenken: Hast du heute deiner Familie, deinen Freunden… schon gesagt, dass du sie liebst und mit ihnen den Lebensweg gehen willst bis zum Ende? Versäum es nicht - tu es! -

Dajosch

Stromkabel

Guten Abend meine sehr verehrten Damen und Herren!

Ich begrüsse Sie alle herzlich zu meinem neuen Streich als Pseudo-Artist in der Gartenmanege!!!

Denken ist nicht gerade meine Stärke - Handeln schon eher. Ich lebe nach dem Motto: Ausprobieren geht über studieren. Dass das nicht immer ganz so clever ist, hätte ich eigentlich schon zur Genüge erfahren.

Nun zu meinem eigentlichen Auftritt. Seit der neuen Gartengestaltung beleuchten 4 Lampen im Boden eingelegt die Blumen und das andere Grünzeug. Sieht phänomenal schön aus, so richtig profimässig. Neugierig wie ich eben bin, wollte ich diesem komischen Licht auf den Grund gehen. Meine Pfoten arbeiteten sich abwärts und im Hui war ein riesiges Loch neben dem Betonrohr gegraben. Und was kam da Hübsches zum Vorschein? Richtig, ein Kabel. Die Hülle war gerippt und lud meine Zähne zum Ziehen ein. Ich zog und zog! Das machte Spass. Als dann noch ein anderes, glattes Teil zum Vorschein kam, war meine Freude über das gelungene Werk grenzenlos.

Immer kommt Claudia zum falschen Zeitpunkt nach Hause. Sie zerrte mich nicht gerade sanft von meinem Werk weg und bugsierte mich kurzerhand ins Haus. Dazu murmelte sie etwas von Stromschlag und dieser hätte gereicht. Dann sagte sie auch noch etwas sehr sehr Hässliches… dass ich nicht ganz richtig ticke! Was soll denn diese Anspielung, he?Wisst ihr, was sie damit meinte?

An diesem Tag sah ich nur noch traurig zum Fenster hinaus, der Garten war und blieb tabu. Erich kippte etwas in das Loch, nachdem er in mühseliger Arbeit das Kabel wieder eingezogen hatte. Am andern Tag durfte ich wieder nach draussen. Ich flitzte zu meinem ehemaligen Loch und inspizierte es. Eine harte Betonschicht “grinste” mir hämisch entgegen.

Mit Hund kann man ja so Gemeinheiten machen. Ich war deprimiert. Ich schwörte Rache..

Hä hä, im Garten hat es noch 3 Laternen….