Monatsarchiv für Juni 2009

Dajosch

Schweres Herz

Ich bin traurig. Am letzten Freitag musste ich von allen meinen SchülerInnen Abschied nehmen. Mein Herz war und ist immer noch schwer. Auch wenn ich alle bestimmt wieder einmal sehe, es ist doch anders. Sie gehen in andere Klassen. Ich weiss, das ist der Lauf des Lebens… aber schnief… es schmerzt doch.

Liebe SchülerInnen, ich wünsche euch von Herzen schöne Ferien und in 7 Wochen einen tollen Schulstart und seid versichert, vergessen werde ich euch niemals.

Ich freue mich schon, bis ihr mich einmal besucht und mir erzählt, wie es euch so geht.

Drücke euch alle

euer Dajosch

Dajosch

Blessuren

Meine Lieben

Es gibt Leute und Leute, das habe ich jetzt begriffen. Wieso diese Erkenntnis?

Am letzten Donnerstag durte ich mit meinen SchülerInnen auf die Klassenfahrt. Meine Vorfreude war so riesig, dass ich beschloss die Nacht vorher kein Auge zuzudrücken. Mein Angst war zu gross, dass ich verschlafe.

Beizeiten gingen Erich und ich eine Runde um mich zu erleichtern. Dann bewachte ich Claudias Rucksack. Ohne den geht sie nicht, also vergisst sie mich auch nicht… es wäre ja unverzeihlich, wenn ich ihr die Chance eingeräumt hätte, mich zu übersehen.

Auf dem Bahnhof warteten schon alle Kinderlein. Meine Nerven waren gespannt wie Drahtseile. Die Zugfahrt war phänomenal und über das Landwasserviadukt durfte sogar ich zum Fenster hinaus schauen. In Arosa wollte ich sogleich ein Bad im See nehmen, aber wir stiegen in den Bus ein. Meine Geduld war langsam am Ende und das liess ich die andern lautstark wissen. Ich war die singende Attraktion im Bus. Endlich Endstation. Nun hiess es marschieren.

Wir liefen zuerst den Berg hinauf. Oh, ich kann euch sagen, es war genial, dieser Duft, diese Bächlein, diese SchülerInnen, die feinen Leckerlis, die Sonne auf meinem Pelz, die vielen Streicheleinheiten. Ich fühlte mich als der Glückpilz schlechthin!

Dann diese kalte Dusche in die Wirklichkeit. Meine beiden Vorderpfoten wurden arg verletzt als ich auf liegen gelassene Scherben sprang. Es blutete und schmerzte fürchterlich. Claudia hat nicht mehr anständige Wörter gebraucht… das seien …  denen sollte man… nein, das schreibe ich lieber nicht. Mit meinen Verletzungen musste ich noch beinahe 2 Stunden laufen. Wenn ich daran denke, dann wird mir wieder ganz flau im Magen.

Zu Hause wurde ich verarztet und meine Pfoten bandagiert. Das tat gut, so gut, dass ich die Bandagen gerne drangelassen habe.

Tja, Leute, die achtlos Scherben im Gras liegen lassen, denken wohl nicht gerade viel. Nicht nur wir Vierbeiner sind die Leidtragenden, auch ihre Mitmenschen sind nicht davon ausgeschlossen.

Also lieber Leser, liebe Leserin, vergiss das nicht!

Alles Liebe euer ramponierter, bandagierter Dajosch

Dajosch

Hauptsache gesund

Ach herrje, meine Lieben!

Am letzten Montag wurde ich sehr früh aus meinem warmen und weichen Bett gepfiffen. Ich musste fast noch im Dunkeln raus. Gnadenlos bugsierte mich Erich durch die Gegend. Zu guter Letzt bekam ich kein Morgenessen. Ich kam da ganz und gar nicht mehr mit. Na ja, irgendwann gibt’s bestimmt was Feines zwischen die Zähne. Anstatt meinen Napf zu füllen, wurde ich kurzerhand ins Auto verfrachtet. Vielleicht gehen wir schwimmen… mit vollem Magen soll ja das bekanntlich ungesund sein. Ich beschloss, mich einfach zu freuen…

Nach einer Weile sah ich einladende Wiesen. Ich begann zu singen, aber niemand beachtete mich. Die sehen die Schönheiten dieser Gegend gar nicht, typisch Zweibeiner. Beleidigt legte ich mich hin. Kaum war ich eingeschlafen, wurde ich wieder geweckt. Der Motor verstummte. Eilig stiegen wenigstens meine Zweibeiner aus und begrüssten Cornelia und Daniel. Auch die hatten keine speziellen Augen für mich. Ich wollte gestreichelt und endlich informiert werden. Aber nein, Hund lässt man im Ungewissen alleine zurück. So eine Gemeinheit!!!

Nach endlos langer Zeit kamen alle zurück, liessen mich raus und spazierten zu vielen andern Hunden. Ich wollte die begrüssen, aber dazu schien man keine Zeit zu haben. Unanständige Wesen. Es roch sooo gut nach Hunden, Pferden und Kühen. Wir mussten auf die Wiese laufen. Dort stand ein Mann und schaute mich prüfend an. Ich setzte mein umwerfendstes Lächeln auf, aber der schien dagegen immun zu sein. Na ja… Nun musste ich durch die Personengruppe gegen die wartenden Hunde hin. Das ist die Gelegenheit!!!- Schnurstracks rannte ich durch die Gruppe - und begrüsste freundlich meine Kollegen. Komisch, das das Erich nicht so lässig fand.

Dann kam ich zu den Sprüngen. Das mache ich fürs Leben gerne. Gierig schaute ich das Hindernis an. Dann kam der Befehl von Erich:” Voran!” Ich preschte am Sprung vorbei. Mit Wehmut betrachtete ich ihn aus den Augenwinkeln. Ich wäre viel lieber darüber geprungen… aber Erich hatte ausdrücklich voran gesagt und ich bin ja ein folgsamer Hund! Als Nächstes durfte ich dann wirklich springen. Ich lief zur Hochform auf und flog zum Abschluss der ersten Übung buchstäblich über den aufgestellten Weitsprung. Ich fand all das enorm lustig, aber Erich hatte nicht gerade die beste Laune. Ich wollte ihn aufheitern, aber mein Gebell kam auch nicht gut an. Na ja, dann interessiere ich mich eben mehr für die anderen Hunde. Einer machte mich dumm an.—

Blitzschnell verschwanden wir zu einer eingezäunten Wiese. Dort gingen fünf Hunde hinein. Ich war der Erste in der Linie. Brav setzte ich mich hin. “Ableinen”, kam per Befehlston das Kommando. Bevor wir anfangen, muss ich einem Vierbeiner noch Manieren beibringen. Nichts wie los und hin. Nachdem ich ihm meine Meinung gesagt hatte, legte ich mich brav hin und wartete, 1 Minute, 2 Minuten, 3 Minuten. Das reicht, beschloss ich. Ganz langsam und lautlos lief ich im Schneckentempo über die Wiese. Neben Erich setzte ich mich hin, schaute ihn an und ging dann ins Platz. Von dieser Seite sieht man alle Hunde viel besser. Wie dumm die doch sind, dass die sich diese Aussicht entgehen lassen. Kann ich nicht verstehen.

Die letzten Übungen gingen nicht schlecht. Zu freudig habe ich laut dem Mann auf dem Platz das Apportierholz gebracht. Nächstes Mal senke ich den Kopf… und lege einen melancholischen Gang ein. Was soll’s? Ich hatte riesigen Spass.

Nicht jeder hatte seine Fangemeinde dabei. Wegen mir kamen Cornelia, Daniel, Lydia - und (seht ihr meinen schmachtenden Blick?) Jewel, meine Angebetete. Mit ihr durfte ich noch um die Wette sausen. Leider ging sie viel zu früh nach Hause!

Bei der Rangverkündigung waren wir leider die Zweiten, die aufgerufen wurden. Immerhin hatten wir über hundert Punkte, was das auch immer heissen mag… Ich bekam ein tolles Spielzeug und Erich feinen Honig, den ich bestimmt auch versuchen darf.

Erich und Claudia haben mir gesagt, dass ich trotz allem der beste und liebste Hund auf diesem Planeten sei, aber das weiss ich ja! Das waren die News von mir. Freue mich über eure…!!!

Liebe Grüsse vom Mehrkämpfer Dajosch